WERA GOLDMAN
Lebt in Tel Aviv.
Sie ist die letzte aktive Vertreterin des in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Mitteleuropa entstandenen Ausdruckstanzes.
Die am 7. November 1921 in Wien geborene Wera Goldman begann schon in sehr jungen Jahren sich ihrer Leidenschaft, dem Tanz zu widmen. Sie begann ihre Tanzausbildung bei Riki Raab in Wien. 1938 musste die junge Goldman nach Palästina emigrieren, lebte und arbeitete dort als Pionier-Mitglied in einer Kibbuz-Kommune. Schon bald schloss sie sich der ebenfalls 1935 emigrierten, wiener Ausdruckstänzerin Gertrud Kraus in Tel Aviv an und tanzte in deren Company. Fünf Jahre lang blieb sie dort Mitglied und tanzte wesentliche Solo-Partien, darunter die Rolle des Todes in „Des Dichters Traum“ (1943), jenem Stück, das von der Kibbuz Contemporary Dance Company vor einigen Jahren auch in Wien getanzt worden ist.
Wera Goldmans Interesse galt neben dem Ausdruckstanz und damit verbundenen zahlreichen eigenen Choreographien auch der Vielfalt unterschiedlicher ethnischer Tanzformen. Sie hielt sich längere Zeit in Australien, Südostasien und Indien auf, wo sie die dortigen, verschiedenen Tanzformen ausführlich studierte. In Australien präsentierte sie auch einige ihrer Solotanzstücke wie „Woman of the bible“, „Israel Dances“, beschäftigte sich mit Tänzen der Aborigines und veranstaltete sogar Festivals und historische Festzüge. In Indien setzte sie sich lange Zeit eingehend mit den Stilarten des klassischen indischen Tanzes auseinander.
Künstlerisches Schaffen in Österreich:
1998 „Der Dybbuk“ Jüdisches Museum Wien
1999 Pädagogin im Rahmen der Workshops des ImPuls Tanz-Festivals
2000 Eröffnungsrednerin der Ausstellung „Tanz im Exil“ im Österr. Theatermuseum
Lecture und Auftritt in der Alten Schmiede: „Die Seherin“
Auftritt im Jüdischen Museum „Das Lied der Lieder“
2001 Auftritt im Jüdischen Museum Wien gemeinsam mit Martina Haager „Das Lied der Lieder“ und Choreographie für Martina Haager (Tanz): „Sarah im Zelt“
2006 Auftritte in Wien/KosmosTheater, Graz/Studiobühne der Grazer Oper und Ebensee /Kino Ebensee mit dem „Friedenszelt“, Choreographie für Martina Haager
2008 Auftritt im Odeon Theater Wien beim Festival „Berührungen“ mit dem „23.Psalm“ gemeinsam mit Martina Haager und Sekan Bozkurt
Verleihung der Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien